Ratgeber · Vertrag und Kündigung
Vertrag und Kündigung

Abschlag richtig anpassen

Ändert sich dein Verbrauch deutlich, etwa durch ein neues Elektroauto oder einen Auszug aus der WG, solltest du deinen monatlichen Abschlag anpassen. Wir erklären, wonach sich die Höhe richtet, wie die Anpassung funktioniert und was bei falscher Einschätzung passiert.

Tarifrechner Berlin Angaben zum Haushalt

Wonach sich dein Abschlag richtet

Dein monatlicher Abschlag basiert auf deinem Verbrauch aus dem vorherigen Abrechnungszeitraum oder, falls das nicht möglich ist, auf dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Haushalte (§ 41b Abs. 3 EnWG). Kannst du glaubhaft machen, dass dein tatsächlicher Verbrauch deutlich darunter liegt, muss der Anbieter das bei der Berechnung berücksichtigen. Für Kunden in der Grundversorgung gilt mit § 13 StromGVV eine eigene Regelung, die im Ergebnis auf dasselbe Prinzip hinausläuft.

Wann sich eine Anpassung lohnt

Mehrere Ereignisse lassen deinen Verbrauch nach oben ausschlagen. Ein neuer Mitbewohner oder Nachwuchs im Haushalt erhöhen den Stromverbrauch spürbar, genauso wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe. Auch größere Neuanschaffungen wie ein zusätzlicher Kühlschrank oder ein Pool mit Umwälzpumpe schlagen sich in der Jahresrechnung nieder. In all diesen Fällen lohnt sich eine Erhöhung des Abschlags, damit dich am Jahresende keine hohe Nachzahlung überrascht.

Umgekehrt gibt es auch gute Gründe, den Abschlag zu senken. Zieht ein Mitbewohner aus oder ziehst du in eine kleinere Wohnung, sinkt dein Verbrauch entsprechend. Dasselbe gilt, wenn du eine eigene Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk installierst. Einen Teil deines Strombedarfs deckst du dann selbst. Der Bezug vom Netz sinkt entsprechend. Auch ein Tarifwechsel oder eine Preisänderung ist ein guter Anlass, den Abschlag neu zu prüfen. Dabei ändert sich schließlich auch die zugrunde liegende Rechnung.

Bei kleinen Schwankungen im Verbrauch lohnt sich der Aufwand dagegen kaum. Hier reicht meist die Korrektur über die nächste Jahresabrechnung.

Wie du die Anpassung anstößt

Bei den meisten Anbietern reichen ein paar Klicks im Online-Kundenkonto, um den Abschlag selbst neu einzustellen. Alternativ genügt ein formloser Anruf oder eine Nachricht an den Kundenservice mit dem geänderten Verbrauch als Begründung. Gib dabei möglichst konkrete Zahlen an, etwa den neuen Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Das beschleunigt die Bearbeitung.

Was bei falscher Einschätzung passiert

Ist dein Abschlag zu niedrig angesetzt, zahlst du am Jahresende nach. Das kann sich schnell summieren: Liegt der Abschlag nur 15 Euro im Monat zu niedrig, sind das am Jahresende bereits 180 Euro Nachzahlung. Bei größeren Verbrauchssprüngen, etwa durch ein neues Elektroauto, können es schnell mehrere hundert Euro werden.

Ist der Abschlag zu hoch, bekommst du am Jahresende ein Guthaben erstattet. Das ist kein Nachteil. Du gibst deinem Versorger in diesem Fall lediglich zwischenzeitlich ein zinsloses Darlehen. Wer größere Nachzahlungen vermeiden will, passt den Abschlag lieber frühzeitig an, statt bis zur Jahresabrechnung zu warten.