Ratgeber · Preisbestandteile
Preisbestandteile

Grundpreis und Arbeitspreis richtig lesen

Bei geringem Verbrauch entscheidet meist der Grundpreis über die Jahreskosten, bei hohem Verbrauch der Arbeitspreis. Am Beispiel eines Berliner Grundversorgungstarifs zeigen wir, wo die Grenze verläuft und worauf du beim Vergleich achten solltest.

Tarifrechner Berlin Angaben zum Haushalt

Was der Arbeitspreis abdeckt

Der Arbeitspreis wird für jede verbrauchte Kilowattstunde berechnet. Er übernimmt die Kosten für Strom, Netzentgelte, Umlagen, Stromsteuer und Mehrwertsteuer – alles, was an jeder verbrauchten Kilowattstunde neu entsteht. Ein Cent pro Kilowattstunde mag zunächst unbedeutend klingen, aber bei 3.600 Kilowattstunden pro Jahr sind es 36 Euro Unterschied. Bei 1.500 Kilowattstunden fallen nur 15 Euro Differenz an. Daher hat der Arbeitspreis den größten Einfluss auf deine Jahresrechnung, wenn du viel Strom nutzt.

Wofür der Grundpreis anfällt

Der Grundpreis ist ein fixer monatlicher Betrag für Messung, Abrechnung und Kundenservice – also für alles, was mit deinem Anschluss zu tun hat. Er kommt immer an, egal wie viel du verbrauchst. Ein Einpersonenhaushalt, der 1.500 Kilowattstunden pro Jahr nutzt, zahlt denselben Grundpreis wie ein Vierpersonenhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden, solange sie denselben Tarif haben. Für den Einpersonenhaushalt bedeutet das, dass der Grundpreis einen größeren Teil der Gesamtkosten ausmacht, selbst wenn beide denselben Euro-Betrag zahlen.

Rechenbeispiel: Vattenfall-Grundversorgung in Berlin

Im Tarif von Vattenfall liegt der Grundpreis für PLZ 13187 bei etwa 172,64 Euro pro Jahr (Stand 04/2026). Wenn du 3.500 Kilowattstunden verbrauchst, fügen sich rund 1.327,55 Euro Arbeitspreis dazu, also ungefähr 1.500 Euro Jahreskosten. Das bedeutet, dass etwa 11 % der Rechnung auf den Grundpreis und 89 % auf den Arbeitspreis entfallen. Wenn du jedoch nur 1.500 Kilowattstunden nutzt, machen die 172,64 Euro Grundpreis schon rund 23 % deiner Gesamtkosten aus, weil der Arbeitspreis geringer ist.

Was das für deine Tarifwahl bedeutet

Eine einfache Regel: Ein Einpersonenhaushalt mit rund 1.500 Kilowattstunden pro Jahr gehört zu den kleinen Verbrauchern, ein Zweipersonenhaushalt mit etwa 2.200 Kilowattstunden liegt in der Mitte, ein Vierpersonenhaushalt mit 3.600 Kilowattstunden oder mehr zählt zu den großen Verbrauchern. Wenn du wenig Strom nutzt, solltest du besonders auf einen niedrigen Grundpreis achten, denn hier kann er einen großen Einfluss haben. Wenn du viel Strom nutzt, ist der Arbeitspreis am wichtigsten. Vergleiche deshalb immer deine eigene Jahresverbrauchszahl, nicht die Standardwerte, die Vergleichsportale zeigen.