Wer die Netzentgelte in Berlin festlegt
Netzentgelte sind die Gebühr für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Stromnetzes. In Berlin legt die Stromnetz Berlin GmbH als örtlicher Verteilnetzbetreiber diese, unter Aufsicht der Bundesnetzagentur fest. Anders als beim Arbeitspreis kannst du sie durch einen Anbieterwechsel nicht beeinflussen. Sie sind an deinen Wohnort gebunden und für alle Anbieter im selben Netzgebiet identisch.
Was die Umlagen ausmachen
Umlagen sind staatlich festgelegte Zuschläge, die zusätzlich zum reinen Energiepreis erhoben werden. Die frühere EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wurde zum Juli 2022 abgeschafft, die Kosten trägt seitdem der Bundeshaushalt. Geblieben sind unter anderem die KWKG-Umlage zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung, die Offshore-Netzumlage für den Ausbau der Windkraft auf See und die § 19 StromNEV-Umlage für bestimmte Sondervereinbarungen bei Großverbrauchern.
Die Höhe dieser Umlagen legen die Übertragungsnetzbetreiber jährlich neu fest, die Konzessionsabgabe für die Nutzung öffentlicher Straßen und Wege dagegen die Kommune selbst. Seit dem Wegfall der EEG-Umlage ist der Anteil der verbleibenden Umlagen an der Gesamtrechnung spürbar kleiner geworden als noch vor 2022.
Warum diese Kosten überall in Berlin gleich sind
Netzentgelte und Umlagen hängen am Verteilnetz und an gesetzlichen Vorgaben, nicht am Vertriebsunternehmen. Deshalb unterscheiden sie sich nicht zwischen den Anbietern, die in Berlin liefern, sondern nur zwischen Netzgebieten und Bundesländern.
Ob du bei Vattenfall in der Grundversorgung bleibst oder zu einem anderen Anbieter wechselst, spielt für diesen Teil der Rechnung keine Rolle. Beide zahlen für dieselbe Kilowattstunde dieselben Netzentgelte an die Stromnetz Berlin GmbH, der Vertrieb reicht sie nur unverändert an dich weiter.
Was das für den Vergleich bedeutet
Vergleichsportale rechnen Netzentgelte und Umlagen bereits in den angezeigten Gesamtpreis ein, du musst sie also nicht separat nachrechnen. Achte trotzdem darauf, dass du den Endpreis vergleichst und nicht nur den beworbenen Arbeitspreis, denn manche Anbieter stellen einzelne Bestandteile prominenter dar als andere.
Der tatsächliche Unterschied zwischen Tarifen entsteht ausschließlich bei Grundpreis, Arbeitspreis und eventuellen Neukundenboni. Genau dort lohnt sich der genaue Blick, wenn du deinen Vertrag prüfst.