Ratgeber · Ökostrom
Ökostrom

Label und Herkunftsnachweise

Nicht jeder Ökostrom-Tarif bringt der Energiewende etwas, selbst mit Herkunftsnachweis. Wir erklären, was ein Herkunftsnachweis wirklich belegt und welche unabhängigen Label zusätzlichen Schutz bieten.

Tarifrechner Berlin Angaben zum Haushalt

Was ein Herkunftsnachweis wirklich belegt

Jede Kilowattstunde, die als Ökostrom verkauft wird, braucht einen Herkunftsnachweis (HKN). Dieser dokumentiert, dass irgendwo in Europa eine entsprechende Menge Strom aus einer erneuerbaren Anlage eingespeist wurde. Verwaltet wird das zugehörige Register vom Umweltbundesamt. Dort wird jeder Nachweis nur einmal entwertet, damit dieselbe Kilowattstunde nicht doppelt als grün verkauft wird.

Warum "Ökostrom" allein nicht viel sagt

Der Begriff „Ökostrom“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Ein Anbieter darf seinen Tarif so nennen, sobald er passende Herkunftsnachweise vorlegen kann. Woher der tatsächlich gelieferte Strom stammt, spielt dafür keine Rolle. Physikalisch kommt aus deiner Steckdose ohnehin immer der lokale Strommix.

Ein Anbieter kann deshalb günstige Nachweise aus norwegischer Wasserkraft kaufen und seinen konventionell erzeugten Strom trotzdem als Ökostrom verkaufen. Das ist legal. Es sagt aber nichts über einen echten Nutzen für die Energiewende aus.

Welche Label zusätzlichen Schutz bieten

Unabhängige Gütesiegel gehen über den reinen Herkunftsnachweis hinaus. Die beiden etabliertesten sind das ok-power-Label und das Grüner-Strom-Label. Beide verlangen von zertifizierten Anbietern einen aktiven Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien, etwa durch die Förderung neuer Anlagen.

Auch TÜV-Zertifikate gibt es am Markt. Ihre Kriterien fallen aber je nach genauem Siegel unterschiedlich streng aus. Es lohnt sich deshalb, ins Kleingedruckte zu schauen und den genauen Kriterienkatalog des jeweiligen Zertifikats zu prüfen.

Worauf du beim Tarifvergleich achten solltest

Wählst du einen Tarif mit ok-power- oder Grüner-Strom-Label, kannst du sicher sein, dass dein Ökostrombezug tatsächlich etwas bewirkt. Wirbt ein Tarif dagegen nur mit "100 % Ökostrom" ohne erkennbares Siegel, ist etwas Vorsicht angebracht. Frag im Zweifel beim Anbieter direkt nach, woher die Herkunftsnachweise stammen und ob ein unabhängiges Label dahintersteht.